Übergabe der Petition "Begrenzung Wolfspopulation" an den Sächsischen Landtag

Die Initiative "Wolfsgeschädigte/besorgte Bürger" hat am 10. Januar 2018 die von ihr gestartete Petition dem sächsischen Landtagspräsidenten Dr. Matthias Rößler im Beisein der Vorsitzenden des Petitionsausschusses des sächsichen Landtags Frau Lauterbach, weiterer Landtagsabgeordneter und zahlreichen Medienvertretern übergeben.

Übergeben wurden 18.590 Stimmen gesamt,

davon aus Sachsen: 16.743

davon aus dem Landkreis Bautzen: 12.777.

Allen Unterstützern sagen wir herzlichen Dank!
















Nun sind die Mitglieder des sächsischen Landtags aufgefordert, Stellung zu nehmen. Wir hoffen, dass sie ihrer Aufgabe als Volksvertreter gerecht werden und sich für eine vernünftige Lösung des Problems des unbegrenzten Wachstums der Wolfspopulation mit all seinen negativen Folgen für die davon betroffene Landbevölkerung einsetzen. Die folgende Presseerklärung der Initiative "Wolfsgeschädigte/besorgte Bürger" fasst das Anliegen und die Forderungen noch einmal zusammen.

Presseerklärung der

Initiative „Wolfsgeschädigte/besorgte Bürger“

zur

Petition „Begrenzung der Wolfspopulation“ - (Zeichnungsfrist: 14.07. - 14.12.2017)


Die  Lausitzer Bürgerinitiative „Wolfsgeschädigte/besorgte Bürger“  hat im Juni 2017  bei openpetition.de o.g. Petition gestartet, gerichtet an den Landtag Sachsen. Die Politiker  werden aufgefordert, nach 19 Jahren die sächsische Wolfs-Politik den tatsächlichen Gegebenheiten vor Ort anzupassen  und   diesbezüglich wirksame Entscheidungen zu treffen.


Ein  wachsender Teil der sächsischen Bevölkerung in den Gebieten mit höchstem Wolfsvorkommen, der höchsten Rudeldichte  in Europa ist zutiefst unzufrieden mit den weiteren Aussichten  auf Zuwachs und dem derzeitigen Ist-Stand.


Entgegen allen Beteuerungen, der Wolf wäre scheu, fällt nur  über schlecht geschützte Nutztiere her oder ist niemals sichtbar, wird  in unserer deutsch-sorbischen Kulturlandschaft  das Gegenteil wahr genommen.


Verharmlosende Sätze und Worte zum Wolf werden zunehmend als Beschwichtigung eines aus dem Ruder gelaufenen Feldversuchs  gewertet. Die Landbevölkerung fühlt sich nach 19 Jahren Wolf nicht mehr sicher in ihren eigenen Dörfern. Sie ist  immer weniger bereit,  Nutztiere als Wolfsfutter zu produzieren, ein sicheres Lebensgefühl aufzugeben, weil ein Großraubtier unkontrolliert unter höchsten Schutz gestellt wurde und dann tatenlos zusehen  zu müssen, dass  trotz teurer und aufwendiger Schutzmaßnahmen  die Anzahl der Nutztierrisse rasante Zuwächse erfährt, wie heimische Tierhalter unter Einbußen leiden, und immer voller Sorgen um ihre Tiere sind ... das wird zunehmend als „Zumutung“ empfunden. 

Wie sachsenweit so auch speziell im Gebiet des Rosenthaler Wolfsrudels, welches nun schon insgesamt bei 62 Angriffen 220 Nutztiere gerissen hat und  sich weiterhin durch die Nutztierherden fressen darf,  ist zu wenig passiert in Richtung Anwendung gültiger Gesetze. Ein bereits genehmigter Abschuss eines Tieres wurde per  Eilantrag  der Grünen Liga verhindert. Seitdem herrscht rechtlicher Stillstand, die Bevölkerung wartet auf weitere Informationen.

Der Wolf vermehrt sich prächtig, stirbt  jedoch  häufig den Unfalltod, weil billigend in Kauf genommen wird, dass bei  wachsender Population und dichtestem Straßennetz das lauffreudige Tier auch mal ins Fahrzeug läuft.  Mehr Wölfe, mehr verkehrstote Wölfe.  Ist das Artenschutz?

Die Jagdgenossenschaften als Zusammenschluß aller Landeigentümer einer Gemeinde erhielten das Jagdrecht und damit auch Eigentum. Die Jagdpacht leitet sich davon ab und ist vom Jagdwert (Höhe des Wildbestandes) abhängig. Bei weiterem massivem Rückgang des heimischen Wildtierbestandes im Vergleich zum Ursprungsbestand wird  Eigentum geschädigt. Die Schädigung des Grundeigentumes wie angeführt  stellt einen enteignungsgleichen Eingriff in das Grundeigentum dar. Das Eigentum ist in der BRD Art. 14 geschützt.

Die Landbevölkerung liebt ihre gewachsene Kulturlandschaft und lebt gerne in ihr.  Daraus bezieht sie Kraft und Lebensfreude. Sie  ist nicht gewillt, Naturdesignern willenlos bei derem Umbau in Richtung Wildnis zuzusehen. Wir haben den Anspruch, unsere Kinder und Enkel  in Sicherheit  aufwachsen zu sehen mit allen Freiheiten, natürlichen Spielideen, die zum Landleben gehören. Wir möchten in Sicherheit unserer Arbeit auf dem Lande nachgehen. Wir freuen uns über Wanderer und Touristen, die  hier Erholung suchen  und keinem Wolfsrudel begegnen möchten, Frauen wie Männer, die  wie ehemals auf  heimischen Wald- und Wiesenwegen ihrem Freizeitsport  nachgehen wollen, angstfrei versteht sich... Es gibt Hinweise von potenziellen Urlaubern aus anderen Landesteilen, die Sachsen  und unsere schöne Lausitz der  Wölfe wegen als Urlaubsziel meiden. 

Fazit:
Wir möchten die gewählten  sächsischen Politiker parteienübergreifend   ermutigen und auffordern, beim Thema Wolf  zügig und sachorientiert,  im Sinne der  betroffenen Bürger in Stadt und Land  zusammenzuarbeiten. Wichtig sind für uns ff. Punkte.:

Für den Wolf  in Sachsen  - der  hier bereits im Jagdrecht steht –  sollte die ganzjährige Schonzeit aufgehoben  und eine  kontrollierte Bejagung bzw. Begrenzung der Wolfspopulation ermöglicht werden. Der Wolf sollte  baldmöglichst aus Anhang IV in Anhang V der FFH-Richtlinie überführt werden. Bereits jetzt läßt diese Richtlinie bei vermehrten Schäden durch Wölfe die Regulierung des Wolfsbestandes zu. Das Mittel der „Schutzjagd“, wie sie in Schweden angewandt wird,  sollte auch bei uns  Anwendung finden.

Der  Verdacht der Hybridisierung der Wolfspopulation  ist  endgültig auszuräumen. Dazu
sollten craniometrische Untersuchungen  an den  sich im staatlichen Senckenberg-Institut befindenden, weit über 100  vorhandenen Schädeln verunfallter/toter  Wölfe  durch international anerkannte Wolfs-Experten bzw. durch staatlich unabhängige Institute durchgeführt werden. Alternativ könnte  auch von jedem vorhandenen Rudel ein Tier entnommen und untersucht werden. Hybriden gefährden den artenreinen Wolf! Sie unterstehen nicht dem Artenschutz!

Die Wolfspopulation und deren Erhaltungszustand ist  danach  länderübergreifend (EU-Nachbarländer)  abschließend zu beurteilen und zu regulieren.

Die Rudeldichte in der Lausitz ist zu verringern.

Geeignete Schutzgebiete für den Wolf sind auszuweisen, in Abstimmung mit der ansässigen Bevölkerung. Warn-  und Hinweis-Schilder sind in in allen Wolfsterritorien aufzustellen.

Verharmlosende Darstellung und Werbung für das  Raubtier Wolf  in Schulen und Kindergärten ist zu untersagen.

Fragen der Verkehrssicherheit  und  aller  weiteren sicherheitsrelevanten Haftungsrisiken im Zusammenhang mit dem Wolf sind weiter abzuklären und der betroffenen Bevölkerung 
kund zu tun.

Die Bevölkerung hat ein Recht darauf, durch die Medien über all diese Punkte zum Wolf umfassend und ehrlich informiert zu werden. 

Tier- und Artenschutz gilt für  alle  Nutz- und Wildtier-Arten.

Die naturnahe und ökologische Weidewirtschaft und Nutztierhaltung verdient  höchsten
gesellschaftlichen Respekt und ist zu schützen und zu fördern. 

Wer den Wolf im öffentlichen Interesse will, muss hier auch in öffentlichem Interesse volle Kostenübernahme  aller direkten und indirekten Schäden garantieren.

Es müssen  für Begutachtungen von Schadensfällen  Landes unabhängige, neutrale 
Rissgutachter zum Einsatz kommen. 


Die Lausitz wird zunehmend zum scheinbaren Zentrum der Wolfsbefürworter. Doch engagierte 
Bürger des Landkreises  wehren sich konsequent dagegen. Sie verlangen von der Politik einen Kurswechsel. Am Ergebnis der Bundestagswahl ist ablesbar, wie die Bevölkerung reagiert, wenn ihre Ängste nicht ernst genommen werden. Sie empfindet es zugleich als mangelnde Wertschätzung. Mit den genannten Forderungen an die Landespolitik  nehmen die Bürger des Landkreises  Bautzen am demokratischen Meinungsbildungsprozess teil und geben sich nicht der Verdrossenheit hin.

Die  wirkliche Akzeptanz des Wolfes in der Bevölkerung hängt ab von der Klärung  dieser Punkte.

Georg Lebsa (Petent)
Initiative „Wolfsgeschädigte/besorgte Bürger“



 


Kontakt 

KJV Bautzen e.V.          

Gutshof 7 OT Preititz      

02694 Malschwitz         

Tel 1.: 035932 35444

Tel 2:  0151 59401548
Fax:   035932 35446    

Email: info@kreisjagdverband-bautzen.de



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17.04.2018